Wann kommen die Pferdeschlitten? Der Platz vor der alten Schmelzhütte, im Hintergrund die imposante Kirche von Røros ©dsk



Woche Achtundzwanzig - Wintermarkt in Røros
 

Sieben Tage haben sie gebraucht für die Strecke von Idre nach Røros. die fünfzehn Pferdeschlitten, die wir bei uns getroffen haben. Wir folgen ihnen eine Woche später, mit dem Bus, und brauchen für die 150 Kilometer dreieinhalb Stunden. In Røros - großer Auftrieb: Busse, Autos, Fußgänger, Umleitungen, Extra-Parkplätze ... Der Wintermarkt wird gleich eröffnet! Wir fädeln uns in den Fußgängerstrom ein und landen auf dem Platz von der alten Schmelzhütte, wo sich schon hunderte Frauen, Männer und Kinder postiert haben.
Punkt zwölf geht es los: Geläut der Grubenglocke, ein getragenen Lied, das den Umstehenden und mir die Tränen in die Augen treibt, ohne dass ich wüsste, worum es geht. Es folgen ein paar Reden, ein Mann in Tracht bekommt einen dickem Tulpenstrauß, eine Band spielt, Kinder und Erwachsene drehen sich im Volkstanz, eine blonde Schöne singt noch ein Lied – und dann kommen sie, die Pferdeschlitten! Aus allen möglichen Richtungen sind sie zum Wintermarkt angereist. Sechzig, siebzig, schätzen wir hinterher. Überm Fotografieren haben wir das Zählen vergessen.
Die „Fuhrleute“ haben sich fein gemacht, so viele Pelzmäntel, Pelzmützen, Pelzdecken, Pelzstiefel auf einmal habe ich noch nie gesehen! Winkend und lachend fahren sie an den applaudierenden Zuschauern vorbei, die Pferde wirken ausgelassen, als wüssten sie, dass die Plackerei jetzt vorbei ist. Und dann folgt die Menschenmenge den Schlitten, die sich auf einem weiten Platz in vier Reihen aufgestellt haben. Ausspannen, füttern, zudecken – das ist das Pferdeprogramm, Suppe fassen, Schnapsflasche öffnen, Geschichten austauschen – das Menschenprogramm. Von weitem sieht das ganze aus wie ein Feldlager.
Wir streifen herum, fotografieren, reden mit „unseren“ Fuhrleuten, applaudieren den Leuten aus Tyrdalen, die sich zum Gruppenbild aufstellen … Dann löst sich das Lager langsam auf. Wir laufen durch die alte Stadt, besichtigen die Kirche, verdrücken Waffeln und Kaffee, kaufen ein dickes Stück Käse aus Kålberget. Dann ist schon wieder Abfahrtzeit.
Im Sommer wollen wir noch einmal nach Røros. Uns das Thema Bergbau vornehmen und die letzte Kupfergrube besichtigen!

zurück zur Übersicht