Irgendwo im Nirgendwo zwischen Idre und Storbo



Woche Dreiunddreißig - Elche
 

Wir waren auf Elchjagd! Natürlich nur mit der Kamera. Elche stehen bekanntlich früh auf, wir also auch. Schon dafür wurden wir belohnt: Strahlend blauer Himmel (allerdings - 8 Grad), die Sonne kam gerade über unseren hügeligen Horizont. Ein schönes Gefühl loszufahren, wenn die anderen noch schlafen. Meistens ist es umgekehrt.
Von Nachbarn hatten wir einen guten Tipp: Richtung Grövelsjön, dann links auf die Piste nach Skärvagen abbiegen. Da gibt’s nur ganz wenige Autos, aber immer Elche! Nach einem Kilometer fingen wir an, Schritttempo zu fahren. Und dann sah ich den ersten – die erste, besser gesagt. Vielleicht 30, 40 Meter von der Piste entfernt, ein bisschen verdeckt von dünnen Kiefernstämmchen. Und vollkommen reglos. Wir guckten, sie guckte. Riesige Ohren, ich mochte es kaum glauben. War da nicht auch noch Geweih? Nein. Nur Ohren! Wir ließen das Fenster herunter – das mochte sie nicht, sie wandte sich ab und ging mit gravitätischen Schritten ein Stück von uns fort. Stand wieder, guckte, wackelte ein bisschen mit ihren Riesenohren. Peter griff zur Kamera, klick klick – das musste reichen, fand sie. Und stolzierte davon. Schon nach ein paar Schritten war nichts mehr von ihr zu sehen.
Und dann hatten wir noch einen Treffer! Sie stand mit dem Hinterteil zur Piste und sonnte sich. Als wir anhielten, drehte sie den Kopf um fast 180 Grad und guckte. Guckte. Ich guckte durchs Fernglas zurück. Sie zeigte ihr Profil. Herrlich, dieser lange schwere Kopf. Peter stieg leise aus – natürlich mochte sie das nicht. Erst zeigte sie uns nur noch ihren Hintern, dann lief sie langsam weg. Als ich das Fernglas sinken ließ, sah ich gerade noch eine zweite Lady davontraben, die ich noch gar nicht bemerkt hatte.
Mittlerweile war es halb acht. Wir fuhren und fuhren, guckten und guckten, kamen in einen Ecopark voller schwerer Geröllfelder, fuhren durch eine vereiste Seenlandschaft, im Hintergrund das verschneite Långfjället. Ein einsames Gehöft mit bellendem Hund. Später rechts und links frisch gefällte, gestapelte Baumstämme. Aber keine Elche, auch nicht auf dem Rückweg. Da, wo wir die Ladies gesehen hatten, totaler Elchverbiss – das sahen wir erst jetzt. Aber keine Elche. Alles nur ein Spuk? Zum Glück haben wir die Fotos!

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