Unsere Straße in Idre Sjön Stugby ©dsk



Woche Einundzwanzig - Nachbarn
 

Die letzten Wochen war es richtig „voll“ in unserem Feriendorf. Fast alle neunzehn Häuser waren ein paar Tage bewohnt, meistens von den schwedischen Eigentümern. Und die hatten mit sich zu tun, räumten auf, bekamen Besuch über die Feiertage oder starteten gleich morgens um neun zum Skikaufen in Idrefjäll, dem nahen Skidorf. Wenn wir jemand sahen, riefen wir „Hei hei“, man hob die Hand und grüßte zurück. Mehr war nicht. Doch dann kam Peter! Er stand mit Esbjörn da, dem Verwalter, und unterhielt sich, über die Wasserpumpe, wie wir später erfuhren. Dann machte er Zeichen, wir sollten warten – und stellte sich vor. Peter aus Ratzeburg. Er würde jetzt bis zum Frühjahr hier bleiben, zusammen mit seiner Frau. Seit mehr als 40 Jahren kommen sie nach Idre, und seitdem er in Rente ist, bleiben sie den Winter über. „Natürlich“ sind sie hier gemeldet, haben Freunde im Dorf, und am schönsten finden sie es, wenn um sie herum kein Mensch ist, also im Januar, Februar, März … Jetzt müssen sie sich mit uns abfinden ;-))
Und wie das in einem „Dorf“ so ist: Nach ein paar Sätzen fing Peter an, von anderen Nachbarn zu erzählen, wer sein Haus verkauft (der Gummersbacher), warum (Scheidung) und an wen (einen Augsburger). Er erkundigte sich nach unseren Vermietern und ob sie denn gar nicht mehr kommen würden (doch, doch, nächsten Herbst wieder) … Dorfklatsch eben, auf den wir natürlich neugierig sind! Schließlich haben wir auch schon unsere Vermutungen angestellt, warum zum Beispiel einige Häuser Schweden-Flaggen zeigen, einer die schwedische und die finnische Flagge … Deutsche Nationalsymbole hängen hier übrigens nicht!.
Aber dann war Peter mit diesem Thema durch und erzählte vom Angeln. Die besten Fische (sooolche Hechte) stünden in einem See, 14 Kilometer entfernt, den könne man aber mit dem Auto nicht mehr anfahren. Die Krönung seiner Erzählung: In der Nähe seines Hauses hat sich letztes Jahr ein junger Elchbulle herumgetrieben! Dort verlaufe nämlich ein uralter Elchpfad! Wir haben also Chancen in der Nachbarschaft! Einen Elch zu treffen – und einen Nachbarn, der uns Geschichten erzählen kann!

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