Auf der Piste nach Flatruet - auf über 900 Metern gibt es dann auch keine Fjällbirken mehr ©dsk



Woche Fünfunddreißig - Flatruet
 

Wir wollten zur höchsten Straße Schwedens, gut 100 Kilometer von uns entfernt in nördliche Richtung. Eigentlich ein bisschen weit, aber der Tipp der Nachbarin war zu verlockend. Und das Wetter auch!
Unterwegs zur höchsten Straße – 975 möh = meter över havet – entdeckten wir dann noch mehr „höchste Punkte“: Wir fuhren durch die höchste bewohnte Siedlung des Landes, Högvålen, 830 möh, mit gerade mal zehn Häusern. Und in Tännäs kamen wir an der höchsten Kirche vorbei, die „bespielt“ wird, auf 648 möh. Drei Höhepunkte auf einen Schlag!
Aber die Straße nach Flatruet, so heißt die Hochebene, zu der es hinaufgeht, war wirklich der Höhepunkt. Eine Piste, schnee- und eisfrei, aber durchweicht und voll tiefer Spurrillen, die das Auto nur ungern freigaben. Viele Rentiere – auf der Piste, offenbar Salz leckend, und im Gelände. Per Schneescooter wurde gerade eine Herde zusammengetrieben. Diesen Anblick hatten wir uns schon lange gewünscht. Und dann der Ausblick, in alle Richtungen, Flatruet ist nämlich flach, wie der Name schon sagt.
Eine Bergkette, die an ein Alpenmassiv erinnert im Süden, südwestlich eine unendliche Weite – das muss das Rogen-Gebiet sein, ein Seen-Sumpf-Nationalpark, der kaum zugänglich ist. Im Nordwesten typische eiszeitgeschliffene Berge, im Nordosten ein riesiges Waldgelände mit dichtem Baumbestand – hier sind die Holzernter offenbar noch nicht unterwegs gewesen. Und darüber ein intensiv-blauer Himmel mit dreierlei Wolken: Kumulus, Zirrus und Schäfchenwolken in verschiedenen Himmelshöhen! Nach so viel Höhe waren wir am Abend ganz berauscht – ohne Alkohol!

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