Die Piste, die zu unserem Haus führt - geräumt, aber nicht gestreut ©dsk



Woche Fünfzehn - Eis und Schnee
 

Seit anderthalb Wochen ist unsere Landschaft weiß. In wenigen Stunden sind zehn Zentimeter Schnee gefallen, nachts ist es manchmal minus sechzehn Grad kalt, tagsüber bleibt das Thermometer weit unter null. Dazu ist es windstill – also bleibt der Schnee liegen! Auf den Bäumen und auf den Boden, auf den Straßen und Pisten - hier wird nämlich nur geräumt. Selbst unser Fluss, der Österdalälven, trägt eine weiße Decke. Denn mittlerweile ist er vollständig zugefroren.
Dieser Winter-Anfang verzaubert uns Flachländer – auch jenseits aller Klischees vom „winter-wonderland“. Am Frühstückstisch sitzen und in verschneite Nadelbäume gucken – welche Ruhe sie ausstrahlen, wenn sie so schwer beladen und unbeweglich dastehen! Durch den Wald stapfen, den weit herabhängenden Zweigen ausweichen, Tierspuren entdecken und zu lesen versuchen … Das war ein Reh, ganz klar, das ein Fuchs – oder war das der Luchs, von dem wir wissen, dass er da ist. Die Elchspur ist unverkennbar, da sind wir uns einig. Sie scheint ganz frisch zu sein – und verläuft nicht weit von unserem Haus. Zu blöd, dass wir beim Gehen so viele Geräusche machen! Damit treiben wir die Tiere natürlich in die Flucht.
Dann der Fluss. Wir laufen jeden Tag hinunter und sehen ihm beim Zufrieren zu. Am ersten Tag bewundern wir das dünne glatte Eis, das sich gebildet hat – nur die Flussmitte ist noch offen. Am zweiten Tag ist das dunkle offene Wasser fast ganz verschwunden, und mit ihm die Schwäne, die bisher hier gelebt haben. Am dritten Tag entdecken wir die Frostblumen, Kristallgebilde von vielleicht zwei, drei Zentimetern Größe, die aus dem Eis förmlich herauswachsen. Am Rand der Tierspuren – Fuchs und Hase machen natürlich vor dem Eis nicht halt - bilden sich sogar Kristalle, die an Federn oder Farnblätter erinnern … Das sind jedes Mal richtige Entdeckungen für uns und unsere Kameras.
Danach sind wir froh, ins warme Haus zurückzukehren. Neues Holz aufzulegen, einen heißen Kakao zu trinken, die Sauna anzuheizen …

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