Woche Neunundzwanzig - Kalender
 

Mit dem 29. Februar bekommt unser Schweden-Jahr eine Verlängerung! Ein Grund zum Feiern, der andere: Halbzeit. Wir sind jetzt sechs Monate hier!
Trotz unserer Abgeschiedenheit sind wir allerdings nicht aus der Zeit gefallen, die innere Uhr tickt munter weiter. Ich weiß zum Beispiel immer, welcher Wochentag gerade ist, obwohl das überhaupt keine Rolle spielt. Vermutlich weil ich täglich die Außentemperatur im Kalender notiere. Und weil eine meiner Lieblings-Zwischendurch-Lektüren der „Sveriges Almanacka 2016“ ist.
Da steht der Kalender im Mittelpunkt, und oh Wunder: Tag für Tag werden die Namenstage aufgeführt. In einem protestantischen Land?! Und welche Namen es hier gibt: Hillevi – muss irgendwie mit Hillary zusammenhängen. Yrsa klingt richtig gut - aber Åslög? Wichtig sind natürlich auch die Feiertage, Nationaldagen, Midsommardagen, Långfredagen (Karfreitag), Ramadan – und Konungens namsdag und Kronprinsessans födelsdag! Die Mondphasen sind eingezeichnet. Und kirchliche Sonntagsmotti wie „prövningens stund“ oder „den kämpende tron“ mitsamt entsprechenden Bibelstellen. Hilfe, welche Form des Protestantismus ist das denn?
All das macht gerade mal die Hälfte des Almanacka aus! Der zweite Teil ist noch interessanter. Da gibt es: Ewig lange Informationen zu Sternen und Planeten, die wann wo genau zu sehen sind. Sonnen- und Mond-Aufgangs- und Untergangstabellen, für Lund, Göteborg, Stockholm, Östersund, Luleå, Kiruna, also einmal längs durch Schweden. Eine Liste der schwedischen Kommunen, mit Bevölkerungszahl und Steuereinkommen. Die höchsten Berge, die größten Seen, die längsten Brücken oder Flüsse – von Schweden und der Welt. Man braucht gar nicht zu googeln! Tiere und Pflanzen, die für die einzelnen Provinzen stehen. Wir, also Dalarna, haben „blå-/ängsklocka“ (Glockenblume) und „berguv“ (Berguhu).Aha. Steuereinkommen und Staatsbudget. Und: Das gesamte schwedische Königshaus, inklusive der Schwestern des Königs! Das wollte ich schon immer wissen!

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