Die Wellenpiste am zweiten Renntag - diesmal bei strahlender Sonne und minus 23 Grad ©dsk



Woche Siebenundzwanzig - Ski Cross World Cup in Idre
 

Wintersporttrubel ist nicht unser Ding. Wir sind mit unseren Langlaufskiern lieber allein im Wald unterwegs als auf den Loipen von Idre Fjäll. Aber manchmal ist so eine richtige Loipe doch schön, es ist ein ganz anderes Fahren – und ein bisschen Wintersporttrubel ist auch nicht zu verachten als Kontrast zu unserer Abgeschiedenheit.
Ski Cross World Cup klang jedenfalls vielversprechend! Ich hatte allerdings keine Ahnung, was Ski Cross ist, staunte also schon über die riesige „Wellenpiste“, die man aus Schnee und Eis gebaut hatte. Eine ein Kilometer lange Abfahrt mit „Hügeln“ in verschiedenen Höhen, manche vielleicht 10 Meter hoch, manche ganz dicht hintereinander. Aber ich staunte noch mehr, als die ersten vier Läufer angerast kamen. Sie fuhren und flogen! Durch ihr enormes Tempo wurden sie nach jedem Anstieg meterweit durch die Luft geschleudert, und sie versuchten zusätzlich mit Armen und Stöcken, ihre Flugstrecke zu verlängern. Dann – Knall – landeten sie und rasten weiter. Die Männer deutlich schneller als die Frauen, aber alle mit einer beachtlichen Risikobereitschaft ausgestattet. „Natürlich“ gab es Stürze, und einmal sah es verdammt nach einem Rempler aus - schließlich wird nach dem K.O.-System entschieden.
Der Gipfel des Wahnsinns war eine Scooter-Show, um dem Publikum die Wettkampfpausen zu verkürzen. Wäre vielleicht gar nicht nötig gewesen, denn die meisten ZuschauerInnen schoben selbst eine oder zwei Abfahrten dazwischen oder vergnügten sich beim „lunch“. Also die Scooter: pure Akrobatik! Über eine Rampe raste das Gefährt in die Luft, oben absolvierte der Fahrer extreme Turnübungen auf dem Sattel – und bei der Landung saß er natürlich wieder. Zehn, fünfzehn Mal jagten sie nach oben, und zum Schluss präsentierten sie Saltos, mitsamt Scooter! Sie müssen irre sein! Passiert ist Göttin sein Dank nichts.

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