Überall in Nordnorwegen haben KünstlerInnen ihre Skulpturen platziert. Wenn man den "Kopf" an der Westküste der Lofoten genau anschaut, zeigt er sich in vier verschiedenen Varianten ©pekuas



Woche Zweiundfünfzig - Kleine Reise zu den Lofoten
 

Die Hälfte der Strecke haben wir ja schon, dachten wir. Von Berlin nach Idre sind es knapp 1400 km, von Idre zu den Lofoten etwa 1500 km. Also los, wir hatten schließlich Zeit - und ein Zelt, das man fast überall aufschlagen kann. Nach drei Tagen waren wir in Bodø. Nach einer Foto-Session im schwedischen Städtchen Dorotea (nach dem Motto: Ich und Dorotea), nach einer Besichtigung des Polarkreises und seiner Besichtiger – und nach einigen Stopps an Gedenkorten für sowjetische Kriegsgefangen, die hier beim Bau der heutigen Europastraße und der Nordlandbahn verheizt worden sind. Die Spuren des Kriegs unserer Väter ...
Endlich die Fährfahrt mit fotogenen Wolkenschleiern vor den zackigen Bergen des Festlandes, fast ein Spiegelbild der Lofoten. Ankunft in Moskenes, von da nach Å (nein, ich habe hier keinen Buchstaben vergessen) im Süden der Inselgruppe, um das „Tørrfisk-Museum“ zu besuchen. Lofoten-Stockfisch war mal Exportartikel Nummer eins von ganz Norwegens! Wichtig ist er immer noch, das Beste geht auf den südeuropäischen Markt, die Fischköppe werden nach Nigeria verkauft! Übernachtung in einer echten Nusfjorder „Rorbuer“, einer alten Fischerhütte auf Pfählen, saniert natürlich, aber immer noch ohne fließendes Wasser. Die übrigen Nächte entschieden wir uns für einen  „Rorbuer“-Nachbau in Stamsund mit den üblichen Bequemlichkeiten. Und tagsüber waren wir unterwegs: Auf Sträßchen und Trampelpfaden entlang der Westküste, mit wunderbaren Ausblicken auf Schären und Meer (türkisblau und glasklar), auf die zackigen Lofotenberge und auf Traumstrände, wo neben Familien mit Kindern vor allem Surfer unterwegs waren. Am zweiten Sonnentag musste ich einfach auch ins Wasser, kalt und kurz.
Zufällig begann gerade ein Wikingerfestival in Borg, wo einmal ein großer Häuptlingssitz existiert hat. Nach Ausgrabungen wurde das Langhaus komplett rekonstruiert und ist heute Museum. Jetzt trafen sich in Borg hunderte kostümierte Menschen und spielten fünf Tage lang Wikinger-Alltag. Ein bisschen seltsam, andererseits „lernten“ wir auf diese Weise, wie die Wikinger Nahrung, Kleidung, Schmuck, Waffen und Werkzeuge hergestellt haben. Bisher kannten wir nur die räuberische Seite dieses Volkes.
Und dann kam der Nebel! Von der Westküste wälzte er sich über die Berge zur Ostküste, blieb hängen oder stürzte sich im Schwall herunter, um sich zwanzig, dreißig Meter über dem Boden in nichts aufzulösen. Ich weiß nicht, wie viele Fotos wir geknipst haben … Optisch übersatt hakten wir noch die nördlichste Lofoteninsel ab, stiegen in Lødingen auf die Fähre und bretterten 1500 km Richtung Süden. Nach Idre.

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