Abendrosa auf dem Stätjan - es ist 15.30h ©dsk



Woche Zweiundzwanzig - Eiskalte Wintertage
 

Als Friederike, unsere Vermieterin, mir ihre Daunenjacke anbot („die ist auf minus 60 Grad ausgelegt, nimm sie, wenn nötig“), bedankte ich mich artig und dachte: Die brauchst Du nie. Du hast selbst einen dicken Parka, mit dem warst du in der Arktis, das wird reichen! Aber in den letzten Tagen habe ich die Daunenjacke lieben gelernt.
Wir haben Minusgrade um die zwanzig Grad, ein paarmal zeigte das Thermometer sogar minus 30 (in Idrefjäll sollen es -40 gewesen sein, sagt man). Viel wärmer wird es auch tagsüber nicht. Dabei scheint die Sonne, und es ist windstill. Allzu lange bleiben wir trotzdem nicht draußen: Eine gute Stunde auf Langlaufskiern oder Schneeräumen, das reicht, dann sind die Backen eiskalt, die Augen tränen, die Nase läuft, der Schal ist vereist und die Hände werden langsam aber sicher gefühllos.
Das wunderbare Winterlicht kann man auch von drinnen bewundern! Die Sonne erzeugt jetzt zarte Blau-, Rosa-, Lila-, Gelb-, Orange- und Grautöne. Ich könnte stundenlang aus dem Fenster gucken. Mit einer Decke auf dem Sofa, den Ofen im Rücken, einen heißen Glögg in der Hand (wir haben ein paar Flaschen gebunkert) – und dann schauen, wie der Stätjan sich zuzieht und dann wieder hervorkommt, wie er nach 15 Uhr langsam wegdämmert und sich seine Perlenkette umlegt … Prosaisch: Die gelbe Pistenbeleuchtung wird eingeschaltet.
Leider macht die Kälte unserem Auto zu schaffen. Trotz nagelneuer Batterie gab es neulich beim Starten nur ein paar klägliche Laute von sich. Schieben und dann den kleinen Hang runterrollen lassen? Unmöglich zu zweit. Zum Glück kam gerade Esbjörn auf seiner täglichen Rundfahrt vorbei und gab Starthilfe. Sicherheitshalber sind wir 70 Kilometer gefahren, um die Batterie wieder fit zu machen. Aber ganz trauen wir dem Braten nicht: Wir haben uns ein Ladegerät gekauft. Und – obwohl ein es deutsches Produkt mit deutscher Gebrauchsanleitung ist – stehen wir vor einem Rätsel: Da steht „Batterie ausbauen“ - im Autohandbuch: „Batterie nicht ausbauen“! Und wieder ist Esbjörn zur Stelle: Noch am selben Abend ruft er die Nachbarn, sie sollen uns Bescheid sagen, damit wir die Batterie keinesfalls ausbauen! Dann ist die Elektronik hin und muss neu eingestellt werden! Zum Glück haben wir noch nichts unternommen – und zum Glück springt zwei Tage später der Motor ohne Hilfe an!

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