Allein auf der Kjölur-Piste, mitten im Hochland ©dsk



Island:
Ein Wechselbad zwischen Wasser, Asche, Geröll und Eis
 

Die meisten Leute fahren im Sommer nach Island ... wir fahren im Frühherbst. Da ist es billiger und leerer.
Aber das hat seinen Preis ...
Es ist finster, es stürmt, es regnet – und es ist nicht wärmer als 8 Grad. So haben wir uns unsere Ankunft auf Island nun doch nicht vorgestellt. Schließlich ist erst Mitte August! Aber die Sturmgötter haben ein Einsehen und verziehen sich. Am nächsten Morgen leuchtet der Himmel über Reykjavik. Und wir lassen die Stadt links liegen, schließlich wollen wir so schnell wie möglich ins Landesinnere.

Doch dann hält uns ein schneeweißes Haus auf. Hier hat sich der Literatur-Nobelpreisträger Haldor Laxness an einem idyllischen Bachufer eine Dichterresidenz gebaut: Früher ein Anziehungspunkt für Kunst-Menschen – heute ein Museum, in dem alles so geblieben ist, wie der Schriftsteller und seine Frau es eingerichtet haben. Selbst der weiße Rolls Royce steht noch vor der Haustür! Wir verlieben uns sofort in dieses von Büchern und Fenstern geprägte Haus, aus dem man über Bauernland fast bis Reykjavik schauen kann. Doch wir wollen weiter ...
Þingvellir, der geschichtsträchtige Ort Islands, liegt in einer weiten, grünen Ebene, unter der die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte aneinanderstoßen. Besser: Sie entfernen sich voneinander, Zentimeter um Zentimeter. Ob die mittelalterlichen Isländer das wussten? Denn hier versammelten sie sich einmal im Jahr, hielten Rat, beschlossen Gesetze – und sicher wurde im Schutz senkrechten Felswände auch gefeiert. Heute klettern die Touristen darin herum, spazieren am Fluss entlang - und würden gerne eine mit einem Wunsch beladene Münze hinein werfen. Aber das ist verboten. Kein Yen, kein Euro, kein Dollar, keine isländische Krone, erklärt ein Hinweisschild ...

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