Unbrauchbare Väter
Über Muster-Männer, Seitenspringer und flüchtende Erzeuger
im Lebensborn

Wallstein Verlag 2022 - ISBN 978-3-8353-5325-1

Waren sie »ganz normale« Zeitgenossen oder Männer in SS-Uniform?
Haben sie Kinder gezeugt, weil sie sich welche wünschten? Ist es einfach passiert?
Oder hatten sie die Himmler-Befehle im Kopf, die sie aufforderten, Nachwuchs für Deutschland zu produzieren?
Kurz: Wer waren die Männer, deren Kind in einem Lebensborn-Heim auf die Welt gekommen ist? Unter dem Dach einer SS-Organisation, die ihre Klientel nach
Rasse- und Gesundheitskriterien auswählte?

Tatsache ist:
Wir wissen fast nichts über sie. Vielen ist es gelungen, geheim zu bleiben – mit Hilfe einer ausgefeilten Strategie des Lebensborn. In den Geburtsurkunden ihrer Kinder ist nur ein Strich, wo eigentlich der Vatername eingetragen sein sollte. Auch im wirklichen Leben tauchten diese Männer oft nicht auf, in den Erzählungen so mancher Mutter blieben sie ausgespart.
»Unbrauchbare Väter« nimmt sich diese Leerstelle vor. Denn trotz Geheimhaltung und Aktenvernichtung am Kriegsende existieren Dokumente, können Zeitzeugen von ihnen erzählen. »Unbrauchbare Väter« versammelt diese Bruchstücke, arbeitet Gemeinsamkeiten, Parallelen, Unterschiede heraus.

So entsteht ein facettenreiches Bild von Lebensborn-Vätern, die sich unterscheiden,
in Alter, Verhalten, Profession, Gesellschaftsschicht – und in ihrer Beteiligung am NS-Regime. Und doch lautet das Fazit: Sie sind »unbrauchbare Väter«.
Nicht nur aus heutiger Sicht.

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